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Share of Voice im Marketing fundiert erklärt

    Share of Voice bezeichnet im Marketing den relativen Anteil einer Marke, eines Produkts oder Unternehmens an der gesamten Kommunikation innerhalb eines definierten Marktes oder Kanals. Konkret wird er meist als prozentualer Wert ausgedrückt, der zeigt, wie stark eine Marke im Vergleich zu Mitbewerbern in Werbung, Social Media, PR, Paid Media oder anderen Kanälen präsent ist. Share of Voice ist somit ein Indikator für Markenpräsenz und Werbesichtbarkeit und wird genutzt, um den Einfluss auf die Konsumentenwahrnehmung sowie die potenzielle Marktdurchdringung zu messen.

    Für Marketingleiter und Geschäftsführer liefert Share of Voice wertvolle Hinweise auf die Positionierung im Wettbewerbsumfeld. Ein hoher Share of Voice signalisiert, dass die Marke in den Köpfen der Konsumenten eine relevante Rolle spielt, während ein niedriger Wert Potenzial zur Steigerung der Markenkommunikation aufzeigt. Im digitalen Marketing wird Share of Voice oft ergänzt durch Kennzahlen wie Engagement Rate, Brand Awareness oder Customer Reach, um die Effizienz der Marketingmaßnahmen zu evaluieren.

    Die Bedeutung von Share of Voice liegt nicht allein in der quantitativen Messung von Marketingaktivitäten. Vielmehr bietet die Kennzahl eine strategische Entscheidungsgrundlage, um Ressourcen effizient einzusetzen und Marktanteile langfristig auszubauen. Führungskräfte im Marketing oder Vertrieb können Share of Voice gezielt einsetzen, um die Wirkung von Kampagnen zu überwachen, Konkurrenzverhalten zu analysieren und Budgetentscheidungen zu optimieren.

    Aus psychologischer Perspektive beeinflusst Share of Voice das Bewusstsein der Konsumenten durch kontinuierliche Präsenz. Durch wiederholte Sichtbarkeit in relevanten Kanälen entstehen Assoziationen und kognitive Verknüpfungen mit der Marke. Diese Wirkung wird durch Prinzipien der Konsumentenpsychologie wie Mere Exposure Effekt oder Affektheuristik verstärkt. Marken, die einen hohen Share of Voice halten, profitieren oft von einem erhöhten Vertrauen und einer gesteigerten Kaufwahrscheinlichkeit, da Konsumenten bekannte Marken bevorzugen und als zuverlässiger wahrnehmen.

    Zudem zeigt die Forschung, dass ein gezielter Share of Voice überdurchschnittlich stark mit Umsatzwachstum korreliert, insbesondere wenn die Marke unterbewertet oder im Markt neu positioniert wird. Führungskräfte können diese Kennzahl somit als Frühindikator für Marketingeffizienz und ROI verwenden.


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    Die Berechnung von Share of Voice hängt von der Art des Kanals ab, in dem die Präsenz gemessen wird. Grundsätzlich erfolgt die Bestimmung als Verhältnis zwischen der Markenkommunikation eines Unternehmens und der gesamten Kommunikation aller Wettbewerber.

    Führungskräfte sollten bei der Berechnung auf konsistente Datenquellen achten. Tools für Social Listening, Media Monitoring oder Analytics-Plattformen unterstützen die Datenerhebung, um valide Vergleiche über Zeiträume und Kanäle hinweg zu ermöglichen. Besonders relevant ist die Kombination aus quantitativen und qualitativen Daten, da hohe Erwähnungszahlen nicht automatisch eine positive Markenwahrnehmung garantieren.

    Praxis-Tipp: Um den Einfluss von Share of Voice auf den Umsatz zu überprüfen, empfiehlt sich die Verknüpfung mit Customer Journey-Daten. Dadurch lassen sich Conversions, Lead-Generierung und Kundenbindung direkt den Kommunikationsmaßnahmen zuordnen.

    Ein zentraler Vorteil von Share of Voice liegt in der strategischen Planung von Marketingmaßnahmen. Führungskräfte können gezielt entscheiden, in welchen Kanälen die Marke stärker sichtbar sein sollte, um die eigene Marktposition zu festigen. Dabei sind mehrere Dimensionen zu berücksichtigen:

    1. Kanalwahl: Social Media, Paid Media, PR, E-Mail Marketing und klassische Werbung bieten unterschiedliche Reichweiten und Zielgruppenpräferenzen. Die Analyse des aktuellen Share of Voice hilft, unterrepräsentierte Kanäle zu identifizieren.
    2. Timing und Frequenz: Wiederholte Präsenz zu relevanten Zeitpunkten erhöht die Wahrnehmung. Hier greifen Erkenntnisse aus der Arousal-Theorie und der Aufmerksamkeitsökonomie, da Konsumenten nur eine begrenzte Aufmerksamkeitsspanne haben.
    3. Qualitative Faktoren: Share of Voice allein ist quantitativ. Eine hohe Präsenz mit negativer Konnotation kann die Markenwahrnehmung schädigen. Deshalb sollte stets das Sentiment der Erwähnungen analysiert werden.
    4. Benchmarking: Durch Vergleich mit Mitbewerbern lassen sich strategische Ziele ableiten. Beispielsweise kann ein Ziel sein, den eigenen Share of Voice innerhalb von 12 Monaten auf einen definierten Prozentsatz zu erhöhen, um Markenbekanntheit und Umsatz zu steigern.
    KanalTypische MetrikVorteil für MarkenstrategiePotenzieller Nachteil
    Social MediaErwähnungen, Shares, LikesDirekte Interaktion, EngagementHoher Monitoring-Aufwand
    Paid MediaImpressionen, AnzeigenbudgetSkalierbarkeit, schnelle ReichweiteKostenintensiv
    PRArtikel, VeröffentlichungenGlaubwürdigkeit, Earned MediaWirkung schwer messbar
    E-Mail MarketingÖffnungsrate, CTRHohe Conversion-PotenzialeBegrenzte Reichweite
    Klassische WerbungBruttoreichweite, OTSSichtbarkeit, MarkenstärkungSchwierige Attribution
    1. Markteintritt neuer Produkte: Ein hoher Share of Voice zu Beginn einer Produkteinführung signalisiert Marktpräsenz und erleichtert Konsumenten, das Produkt wahrzunehmen. Psychologisch wirkt dies wie ein Initialankereffekt.
    2. Wettbewerbsanalyse: Marketingverantwortliche nutzen Share of Voice, um die relative Position im Markt zu überwachen. Bei Rückgang der eigenen Präsenz kann frühzeitig gegensteuert werden.
    3. Optimierung der Werbeausgaben: Durch die Analyse, welche Kanäle den größten Einfluss auf Share of Voice haben, lassen sich Budgets effizient zuweisen und Streuverluste minimieren.
    4. Kombination mit Kundenfeedback: Ein hoher Share of Voice sollte mit Kundenbewertungen, Rezensionen und Social Listening kombiniert werden, um den tatsächlichen Markenwert im Markt zu erfassen.

    Praxis-Tipp: Unternehmen, die Share of Voice regelmäßig messen, können Marketing-Strategien dynamisch anpassen und schneller auf Marktveränderungen reagieren. Dies steigert nicht nur Markenbekanntheit, sondern fördert auch Leadgenerierung und Kundenbindung.


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    Share of Voice bildet die Grundlage für strategische Marketingentscheidungen. Führungskräfte erhalten ein klareres Bild über die Marktposition und können kommunikationsrelevante Maßnahmen gezielt steuern. Entscheidend ist dabei die Integration von quantitativen Daten (Erwähnungen, Reichweite, Anzeigenimpressionen) mit qualitativen Analysen (Sentiment, Kundenfeedback), um den tatsächlichen Einfluss auf die Konsumentenwahrnehmung zu erfassen.

    Vorteile von Share of Voice:

    • Messbare Präsenz im Markt
    • Frühwarnindikator für Wettbewerbsbewegungen
    • Grundlage für Budget- und Kanalentscheidungen
    • Unterstützt Markenwahrnehmung und Kaufverhalten

    Nachteile und Grenzen:

    • Quantitativ, ohne Berücksichtigung der Qualität der Interaktion
    • Hoher Aufwand bei multidimensionalem Monitoring
    • Potenziell verzerrt bei stark segmentierten Märkten

    Führungskräfte sollten Share of Voice als kontinuierliche Kennzahl betrachten und mit anderen KPIs wie Brand Equity, Conversion Rate und Customer Lifetime Value verknüpfen. Durch die systematische Nutzung lassen sich Marketingstrategien datenbasiert optimieren, die Markenpräsenz stärken und langfristig Wettbewerbsvorteile sichern.


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