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Die Vergessenskurve im Marketing professionell erklärt

    Die Vergessenskurve beschreibt, wie schnell Menschen neue Informationen vergessen. Sie wurde von dem deutschen Psychologen Hermann Ebbinghaus in den 1880er Jahren entwickelt und zeigt, dass das Vergessen in den ersten Stunden und Tagen nach dem Lernen besonders schnell erfolgt. Über die Zeit nimmt die Vergessensrate ab, bis sie sich auf einem relativ konstanten Niveau stabilisiert.

    Dieses Konzept hat im Neuromarketing enorme Relevanz, da es tiefgehende Implikationen für die Gestaltung von Werbemaßnahmen, Informationsvermittlung und Kundenbindung hat. Besonders die Frage, wie häufig und in welcher Form Markenbotschaften wiederholt werden müssen, um langfristige Erinnerungen zu erzeugen, lässt sich mit der Vergessenskurve erklären.

    Die Erkenntnisse rund um die Vergessenskurve sind von grundlegender Bedeutung für Marketers, die sich mit der Frage beschäftigen, wie Konsumenten Entscheidungen treffen und wie sie mit Markenbotschaften interagieren. Im Kontext des Neuromarketings spielen zwei Hauptaspekte eine zentrale Rolle:

    Wiederholung und Verstärkung von Markenbotschaften

    Die Vergessenskurve zeigt klar, dass Menschen Informationen schnell vergessen, wenn sie nicht regelmäßig wiederholt werden. Marketingstrategien müssen daher auf die Wiederholung von Botschaften ausgerichtet sein, um eine langfristige Markenbindung zu erzeugen. Dies lässt sich beispielsweise durch Cross-Channel-Marketing umsetzen, bei dem dieselbe Botschaft über verschiedene Kanäle hinweg immer wieder auftaucht.

    Erinnerungsmanagement

    Ein weiteres wichtiges Thema ist, wie Erinnerungen geschaffen und gepflegt werden können. Laut der Vergessenskurve sind die Erinnerungen an bestimmte Ereignisse oder Informationen nach der ersten Begegnung stark durch den zeitlichen Abstand beeinflusst. Das bedeutet, dass Marketers kreative Lösungen entwickeln müssen, um den Wiedererkennungswert einer Marke zu maximieren und gleichzeitig eine nachhaltige Markenbindung zu erzeugen.


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    Psychologische Grundlage der Vergessenskurve

    Die Vergessenskurve basiert auf der Annahme, dass Informationen, die in das Gedächtnis aufgenommen werden, ohne regelmäßige Wiederholung schnell wieder verloren gehen. Ebbinghaus identifizierte dabei ein exponentielles Vergessen, was bedeutet, dass der größte Teil des Wissens bereits innerhalb der ersten Stunde nach dem Lernen verloren geht. Die Vergessensrate sinkt jedoch nach dieser initialen Phase, sodass die verbleibenden Informationen über einen längeren Zeitraum hinweg stabil bleiben.

    Dieser Mechanismus ist eng mit der Funktionsweise des Arbeitsgedächtnis ses und des Langzeitgedächtnisses verbunden. Informationen, die im Arbeitsgedächtnis verarbeitet werden, müssen durch kontinuierliche Wiederholung oder tiefere Verarbeitung in das Langzeitgedächtnis überführt werden, um nicht verloren zu gehen. Der Verlust dieser Informationen ist ein zentraler Punkt in der Konsumentenpsychologie, da er das Verhalten von Käufern in Bezug auf Marken und Produkte direkt beeinflusst.

    1. Spaced Repetition (Verteilte Wiederholung): Diese Methode sorgt dafür, dass Informationen über Zeit hinweg immer wieder in den Köpfen der Konsumenten präsent sind. Unternehmen setzen häufig auf eine Mischung aus TV-Werbung, Social Media Posts, E-Mail-Kampagnen und klassischen Werbemaßnahmen, um ein konstantes Erinnern zu gewährleisten. Auch das sogenannte Retargeting oder das Behavioral Targeting spielt hier eine wichtige Rolle, da Konsumenten durch gezielte Werbung an ihre letzten Interaktionen mit der Marke erinnert werden.
    2. Verwendung von Affekten und emotionaler Ansprache: Die Vergessenskurve geht davon aus, dass Informationen, die emotional verarbeitet werden, besser im Langzeitgedächtnis gespeichert werden. Das bedeutet, dass Werbekampagnen besonders gut funktionieren, wenn sie mit starken emotionalen Reaktionen verbunden sind. Dies kann durch visuelle Elemente wie Bilder, Videos und gezielte Sprachstrategien erfolgen, die in den Köpfen der Konsumenten haften bleiben.
    3. Gamification und Incentivierung: Um das Gedächtnis der Konsumenten zu stärken, können Unternehmen auf Gamification und Incentivierung setzen. Hierbei wird das Lernen über spielerische Elemente und Belohnungen motiviert, was gleichzeitig die Wiederholung von Markeninformationen fördert und das langfristige Gedächtnis an die Marke aktiviert.


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    Die Vergessenskurve zeigt nicht nur den Verlauf des Vergessens, sondern auch, wie Zeit und Wiederholung zusammenwirken, um das Gedächtnis zu stärken. In der Praxis bedeutet das für Marketer, dass Werbebotschaften nicht nur einmalig, sondern immer wieder kommuniziert werden müssen, um ihre Wirkung zu entfalten. Beispielsweise können Unternehmen durch ein gezieltes A/B-Testing herausfinden, wie oft und in welchem Rhythmus eine Werbebotschaft am effektivsten wiederholt werden muss.

    Die Wiederholung von Informationen kann in unterschiedlichen Abständen erfolgen, aber es hat sich gezeigt, dass ein optimaler Rhythmus für die Wiederholung auf Basis der Vergessenskurve individuell angepasst werden muss. Zu häufige Wiederholungen können die Konsumenten ermüden, während zu geringe Wiederholungen dazu führen, dass die Information wieder verloren geht.

    Langfristige Markenbindung durch regelmäßige Erinnerung

    Für die Schaffung einer langfristigen Markenbindung müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre Botschaften nachhaltig in den Köpfen der Konsumenten verankert sind. Dies gelingt besonders gut, wenn die Werbebotschaften über mehrere Kanäle hinweg und über längere Zeiträume hinweg verbreitet werden. So können Marken die Markenloyalität ihrer Kunden fördern und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit steigern, dass diese bei zukünftigen Kaufentscheidungen auf die Marke zurückgreifen.

    Erinnerungsmanagement durch Content Marketing

    Eine effektive Strategie, um die Auswirkungen der Vergessenskurve zu minimieren, ist Content Marketing. Hierbei geht es darum, regelmäßig relevante und nützliche Inhalte zu liefern, die die Konsumenten auf Dauer beschäftigen und ihre Erinnerung an die Marke aktiv halten. Dies kann durch Evergreen Content oder Storytelling erreicht werden, wobei Geschichten und Inhalte über lange Zeit hinweg immer wieder neu aufgegriffen und weiterentwickelt werden.

    Die Rolle der Emotionen und positiven Affekte

    Die Verwendung von emotionaler Ansprache ist ein weiterer wichtiger Faktor, um den Effekt der Vergessenskurve zu mildern. Informationen, die mit positiven Affekten und Emotionen verbunden sind, werden stärker im Langzeitgedächtnis gespeichert. Das bedeutet, dass Marketingmaßnahmen besonders gut funktionieren, wenn sie die Konsumenten nicht nur rational ansprechen, sondern auch auf emotionaler Ebene berühren.

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    Ihr Kevin Jackowski

    Kevin Jackowski



    Über mich

    Hallo, ich bin Kevin Jackowski,
    Ihr Experte für psychologisches Marketing.
    Ich kann mittlerweile auf über 16 Jahre Online Marketing
    Know-how zurückblicken und erarbeite zusammen mit meinen
    Kundinnen und Kunden effektive und fundierte Strategien zur nachhaltigen Kundengewinnung, Kundenbindung und Umsatzmaximierung. Dabei lege ich meinen
    persönlichen Fokus vor allem auf wissenschaftlich
    fundierte Erkenntnisse aus der Psychologie.

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